Erläuterungen zu Cantous

Für ältere Menschen, die wegen hohem Hilfe- und Pflegebedarf nicht mehr zu Hause wohnen können, gibt es jetzt eine Alternative zum Altenpflegeheim.

Pro ALTER, das Magazin des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA), stellt in seiner Ausgabe 2/99 sogenannte "Hausgemeinschaften für pflegebedürftige und verwirrte ältere Menschen" vor. In diesen leben Gruppen von sechs bis zwölf Älteren ähnlich wie in einer Groß-Familie zusammen - ohne heimtypische Regelungen und Strukturen. Das Gemeinschaftsleben spielt sich zumeist "rund um den Herd" in einer geräumigen Wohnküche ab. Die Mitglieder der Hausgemeinschaft beteiligen sich je nach ihren Fähigkeiten und Vorlieben an Alltagsaktivitäten wie Einkaufen, Kochen, Spülen, Waschen oder Bügeln. Eine Betreuungskraft hilft ihnen dabei und steht als Begleit- und Kontaktperson zur Verfügung. Notwendige Pflege wird von außerhalb durch (ambulante) Kranken- und Pflegedienste erbracht.

Durch die aktive Beteiligung an der Alltagsgestaltung und die vertrauten Räume, Abläufe, Geräusche und Gerüche erhielten gerade auch verwirrte Bewohner eine bessere Orientierung, mehr Sicherheit und Lebensqualität, heißt es in Pro ALTER. Der ganz gewöhnliche Alltag werde so quasi zur "Therapie".

In den Niederlanden (im "Anton-Pieck-Hofje") oder in Frankreich (in "Cantous") sei dieses familienähnliche Wohn- und Lebenskonzept schon länger erfolgreich, schreibt das KDA-Magazin. In Deutschland seien inzwischen mehr als 60 solcher "richtungsweisenden" Hausgemeinschafts-Projekte - mit Unterstützung und Beratung vom KDA - auf den Weg gebracht worden oder geplant.